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Kurkuma – medizinische Wunderknolle

Ein Curry ohne Kurkuma ist kaum vorstellbar. Das leuchtend gelbe Pulver ist das Herz und die Seele aller Currys und ein vielseitiges Gewürz mit langer Tradition in der indischen Küche. Es gilt als Schönheits- und Reinigungsmittel. Noch heute wird das Brautpaar im Rahmen einer Reinigungszeremonie mit Kurkuma eingesalbt und darf das Haus bis zur Hochzeit nicht mehr verlassen.

Die intensiv gelb leuchtende Farbe wird zudem seit Jahrhunderten als Färbemittel für Seide, Baumwolle, Arzneimittel und Konfekt verwendet.

Auch befassen sich neueste Forschungen eingehend mit der Heilwirkung dieser kraftvollen Knolle und sehen sie als vielversprechendes Therapeutikum bei Magen-Darmerkrankungen, in der Tumorbehandlung, zur essenziellen Stärkung des Immunsystems und als echter Jungbrunnen für unser jugendliches Schönheitsideal.

Vor allem in der Ayurveda Medizin weiss man schon lange um die kraftvolle Wirkung des indischen Safrans. Die heutige Forschung ist nun dabei, dieses Erfahrungswissen zu bestätigen und gezielt therapeutisch einzubringen. Ein weiteres Geschenk der Natur, das wir uns schmackhaft zu Nutze machen können!


Die Gelbwurz gehört in die Familie der Ingwergewächse und liebt tropisches Klima. Indien ist der weltweit grösste Erzeuger mit 180'000 Tonnen pro Jahr. Davon werden 92% im eigenen Land verbraucht und 8% exportiert.

In Indien selber werden alle Teile dieser winterharten und krautigen Pflanze verwendet. In den grossen, duftenden Blättern werden Speisen eingewickelt und konserviert, darin gekocht oder die Blätter aromatisieren vorallem Süssspeisen.

 

 

 

Die ährenartigen, leuchtenden und duftenden Blüten sind allein durch ihren Anblick eine wahre Seelennahrung.

Die Duftstoffe lassen unseren Serotonin Spiegel ansteigen. Wird der Duft einen festen Platz unter den antidepressiv wirksamen ätherischen Ölen erhalten?

Das uns bekannte gelb leuchtende Kurkumapulver wird aus dem Rhizom hergestellt. Der Wurzelstock wird 45 Minuten gekocht und dann zehn bis 15 Tage an der Sonne getrocknet und zu einem würzig aromatischen Pulver verarbeitet. Erst durch den Trocknungsvorgang entwickelt sich das typische Aroma und die charakteristisch leuchtend gelbe Farbe. Wird das Pulver vor der Zugabe von Gemüse, Linsen oder Fleisch in Öl angedünstet, färbt es das Gericht tief gelb und entwickelt einen intensiveren Geschmack. Nach den Hauptzutaten beigefügt, erhält die Speise lediglich eine blassgelbe Schattierung und ein um einiges feineres Aroma. Alles in allem verstärkt und harmonisiert die Kurkuma das Aroma der anderen Zutaten.

Doch das Pulver, das einen erdig sinnlichen Duft hat, der an die Trockenheit weiter Felder im heissen indischen Sommer erinnert, kann noch viel mehr.

In der Phytotherapie wurden die beiden Sorten, Curcuma longa aus Indien und Curcuma xantorrhiza aus Java (Indoniesien) eingehend auf ihre wirksamen Inhaltsstoffe untersucht.

Das indische Haldi wirkt vermehrt antioxidativ, wogegen die javaianische Gelbwurz etwas weniger gallenflussfördernd, dafür auf Grund der vermehrt vorhandenen Scharfstoffe und ätherischen Öle intensiver antibakteriell im Magen–Darmtrakt wirkt ohne die Darmflora zu schädigen. Es ist allgemein leichter verträglich, vorallem bei der therapeutischen Anwendung mit Fertigpräparaten.

Die Verwendung der Kurkuma liegt auf einer ganzheitlichen Wirkungsweise im Verdauungstrakt mit gleichzeitiger Stärkung des Immunsystems und einer leicht östrogenwirksamen Weise, die Osteoporose entgegenwirkt. Verspüren wir ein leichtes Unwohlsein im Bauch, kann ein ausgewogen gewürztes Gemüse Curry die Verdauung in Schwung bringen, wirkt entblähend, krampflösend, entzündungshemmend, macht Bakterien und Viren den Garaus und hilft unserer Leber entgiftend auf die Sprünge.

Die zellschützende Wirkung durch den Inhaltsstoff Curcumin hat die Aufmerksamkeit der Forschung auf sich gezogen. Es wurde eine tumorhemmende Wirkung experimentell nachgewiesen. Es verringert das Wachstum von Gefässen in den Tumoren, was zu einer verminderten Nährstoffversorgung in diesen führt. Zudem sollen allein mit Kurkuma gewürzte Speisen während einer Strahlentherapie die Behandlung besser hautverträglich machen. Dabei ist immer darauf zu achten, dass Kurkuma in Kombination mit schwarzem Pfeffer verwendet wird, da das Piperin die Wirkkraft von Curcumin um das 2000 fache verstärkt.

Bezüglich Nährstoffen verfügt die im Innern tiefgelbe bis orange Wurzel über reichlich Vitamin C, Zink und das genannte Curcumin, Inhaltsstoffe, die für ein gesundes Bindegewebe sorgen und der Hautalterung entgegenwirken.

Allgemein hilft das Curcumin den Körper mit Biostoffen wie Jod und Eisen zu versorgen, indem es als Molekülschiffchen diese schneller an ihren Bestimmungsort wie zum Beispiel der Muskulatur bringt.

Die Blutzirkulation beschleunigende Wirkung durch die vorhandenen Scharfstoffe kennen wir auch von der Zwiebel, Knoblauch und Chili. Sie alle wirken vorbeugend gegen Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck und Konzentrationsschwäche.

Wie ihr seht, gibt es erstaunlich viele Vorzüge dieser Wunderknolle zu erwähnen. Machen wir also einmal mehr unsere Nahrungsmittel zu Heilmitteln und geniessen das hochwirksame Curcumin in würzigen Speisen. Es wird unsere Glückshormone erwiesenermassen ansteigen lassen!

Stina’s Indisches Dhal

Die Mühe lohnt sich, eine grosse Menge zu kochen und nach Bedarf kleiner Portionen einzufrieren.

 

500g                      rote Linsen, in genügend Wasser vorkochen

1-2                         Zwiebeln, grob geschnitten

1 Zehe                    Knoblauch, in feine Scheiben

1 grosses Stück       Ingwer, gerieben

1-2                         frische rote Chili, ganz fein würfeln

1 TL                        Kreuzkümmel Pulver

1 TL                        Koriander Pulver

½ TL                       Kurkuma Pulver

2                            grosse Tomaten, geschält, in Würfel geschnitten

                              Salz, schwarzer Pfeffer

Zwiebeln, Knoblauch, Ingwer und Gewürze mit Salz in Kokosfett andünsten. Chili, sowie Tomatenwürfel zugeben und mit garen. Die vorgekochten Linsen untermischen und nach Bedarf noch etwas Flüssigkeit zugeben und das Ganze 15 Minuten auf kleinem Feuer köcheln lassen. Es darf ruhig eine eher breiige Konsistenz haben.

Zum Schluss mit etwas Zitronensaft, wenig Garam Masala oder Ras-el-Hanout, Salz, schwarzem Pfeffer und frischem Koriander abschmecken.

Mit frisch gebackenem Fladenbrot auch ein wunderbar reichhaltiges Frühstück, das mir während einer längeren Phase der Krankheit einen guten Start in den Tag ermöglichte.

Ob es das Curcumin oder die nahrhaften Linsen waren, die mir halfen, wieder gesund zu werden, weiss ich nicht. Die Freude am Essen und die Vielfalt der verwendeten Gewürze scheint mir viel wichtiger. So versorgen wir unseren Körper regelmässig mit wertvollen und hilfreichen Wirkstoffen und beugen eventuellen Beschwerden vor.

 

Ich wünsche Euch weiterhin eine gesunde Winterzeit!

 

Herzlichst

 

Eure Odorata

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