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Mandeln - Schönheit von innen und aussen

Was als spontane und übermütige Reiseidee seinen Ursprung hatte, entpuppte sich als wunderschönes, duftendes und unvergessliches Naturerlebnis!

Mitte Februar, im Hinterland von Alicante, im verschlafenen Dörfchen Jalòn, erstreckt sich ein rosa bis weisses Blütenmeer der zahlreichen Mandelbäume, zwischen den noch kahlen Rebstöcken. Die Blüten verströmen einen sanft blumigen bis leicht krautig herben Duft, zart nur und doch intensiv wenn man unter diesen Bäumen sitzt. Ruhe und Frieden umgeben diese Mandelhaine. Ich hätte stundenlang unter einem Mandelbaum sitzen können, der diese kraftvolle Frucht, den Mandelkern, hervorbringt.


Der Mandelbaum ist ein Steinobstbaum, wie die Aprikose oder Kirsche auch und gehört zu den Rosengewächsen, erkennbar an den 5 Kronblättern der Blüte. Seit mehr als 4'000 Jahren wird dieser im Mittelmeerraum (Italien, Spanien) und Marokko kultiviert, oft in Kombination mit Weinbau, ein Überbleibsel aus römischer Zeit.

Mitte Februar breitet sich ein rosa bis weisser Blütenteppich über die Täler. Erst danach spriessen hellgrüne Blätter an den kraftvollen Bäumen, die bis zu 150 Jahre alt werden können. Der winterfeste Baum ist äusserst genügsam und hitzever-träglich. Die gehaltvollen Früchte werden im Juli trotz langer Trockenheit geerntet.

Die Süssmandel, Prunus dulcis, galt schon in alten Zeiten als Grundnahrungs-mittel und trug massgeblich zur Deckung des Eiweissbedarfs bei. Die Prunus amarus, die Bittermandel, enthält das Gift Amygdalin, aus dem sich Blausäure bildet. Deshalb dürfen wir diese als Nahrungsmittel nur sehr sparsam als Aroma-geber verwenden. Da schützen uns auch unsere Geschmacksknospen vor dieser schädigenden Bitterkeit. Kein Vergnügen, wenn wir mal aus Versehen auf eine bittere Mandel beissen!

 

Der Klassiker in der Hautpflege, das Mandelöl, wird durch Kaltpressung aus beiden Mandelsorten hergestellt. Durch seine Fettsäurezusammensetzung bietet es sich als gutes Massageöl an, wirkt mit seiner hohen Vitamin E Aktivität, ähnlich dem Aprikosenkernöl, schützend und pflegend für jeden Hauttyp, vom Baby bis in hohe Alter. 

Spröde Haut, Schuppen und Juckreiz werden gelindert und trockene Haut wieder weich. Alles was wir für unsere Hautpflege verwenden, gelangt schlussendlich über unser grösstes Sinnesorgan in den Körper. So verwende ich auch hier immer beste Bio Qualität.

Man könnte Mandelöl im Prinzip auch als Speiseöl verwenden, was ich persönlich nicht tue, da ich es nicht aussergewöhnlich schmackhaft finde.

Das ätherische Öl jedoch, das nur aus den bitteren Mandeln gewonnen wird, liebe ich in der Küche als Bittermandelaroma für Süssgebäcke wie Amaretti.

 

Und da wären wir bei meinem Leitsatz, „tue deinem Körper etwas Gutes, damit die Seele Lust hat darin zu wohnen“. Und tue Gutes von aussen und innen.

 

Der kraftvolle Mandelkern sollte auf unserem Speiseplan neben anderen Nüssen nicht fehlen.

Eine kleine Hand voll Mandeln (28g) enthält:

  • knapp 20% hochwertiges Eiweiss
  • 14g wertvolle Fettsäuren
  • wenig Kohlenhydrate

 

Schon eine kleine Menge wirkt sättigend ohne dick zu machen und macht leistungsfähig. Zudem bietet die Mandel eine basisch Alternative zu Hasel- oder Walnüssen, was in Zeiten der chronischen Übersäuerung gut zu wissen ist.

Bezüglich wirksamer Vitamine und Mineralstoffe seien hier die aus meiner Sicht wichtigen erwähnt, bei denen auch ich wieder einmal mehr erstaunt war, welches Wunder der Natur dieser Kern birgt:

  • Das in der braunen Schale enthaltene Vitamin E wirkt als Radikalfänger entgiftend, unterstützt somit die Gesundheit der Zellen im Immun- und Nervensystem und trägt zur Stärkung unserer Immunabwehr bei. So schützen uns ungeschälte, rohe Mandeln vor Krankheit und vorzeitiger Alterung
  • Mandeln liefern „guten“ Darmbakterien Nahrung. Je mehr sich diese Bifido- und Lactobakterien in unserer Darmflora vermehren können, umso weniger können sich Schädliche ansiedeln und umso besser funktioniert unser grösstes Abwehrsystem im Körper. Auf zu schmackhafter Immunstärkung!
  • Ein perfektes Verhältnis von Magnesium und Calcium stärkt erwiesenermassen unsere Knochen. 60g täglich haben einen positiven Einfluss auf die Knochendichte
  • Magnesium, Vitamine B1 und B2 unterstützen den Energiestoffwechsel jeder Zelle, unsere Nerven werden gestärkt und die Reizweiterleitung von Nerven auf Muskeln unterstützt. Kurz, ein Segen für unser Nervenkostüm!

 

 

Wie oben erwähnt geniessen wir die süsse Mandel am besten roh und ungeschält. Bei einer Erhitzung über 40-45° gehen viele der wertvollen Nährstoffe kaputt.

 

Im Mittelmeerraum werden im April die unreifen, grünen Früchte, mit Schale (!), roh oder gekocht wie Gemüse verwendet.

 

Als Süssspeisen und Getränke kennen wir Mandellikör, Marzipan, Nougat oder den spanischen Turròn.

Dunkles Mandelmus verfeinert und bereichert eine Salatsauce auf besondere Weise. Und im Zeitalter der Gluten freien Ernährung finden wir heute im Grossverteiler auch das fettarme Mandelmehl. Dazu wird der Presskuchen aus der Mandelölherstellung vermahlen.

Ein gewisser „Presskuchen“ entsteht auch bei der selbst gemachten Mandelmilch, ein Getränk, das ich liebe, wenn ich abends nicht einschlafen kann und für jeden mit Laktoseintoleranz eine schmackhafte Alternative bietet.

Milde Mandelmilch

200 g      geriebene Mandeln (weisse ergeben eine schönere Farbe, 

                ungeschälte sind Nährstoff reicher)

2 EL         Kokosfett

2 EL         Agavendicksaft

1 Prise     Salz

1              Vanilleschote, ausgekratztes Mark

8 dl          Wasser

Die Mandeln 6-8 Stunden in Wasser einweichen, dadurch entfaltet sich das Aroma.

Mandeln mit den übrigen Zutaten im Mixer mindestens 1 Minute glatt pürieren, bis eine gleichmässige Emulsion entsteht.

Die Mandelmilch durch ein feines Sieb streichen oder durch ein Mulltuch abgiessen. Den Mandelpresskuchen gut ausdrücken.

Den Presskuchen ja nicht wegwerfen. Er kann zum Backen weiter verwendet werden, beispielsweise für den Marokkanischen Orangenkuchen

 

  • Als Abendmilch für einen tiefen Schlaf die Milch mit etwas Safran, Kardamom und einer Prise Zimt erwärmen und geniessen.
  • In Zeiten des Corona Virus mit Ingwer und Kurkuma eine genussvolle Prophylaxe zur Stärkung unseres Abwehr-systems.

 

 

Nun wünsche ich weiterhin eine Grippe freie Zeit und schönes Frühlingserwachen mit den Krokussen und Schneeglöckchen, die uns schon überall begrüssen.

 

Herzlichst

 

Eure Odorata

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