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Zistrose - eine echte Wunderblume

Auf Grund der momentanen Situation können wir nicht reisen. Niemand hindert uns jedoch daran, Gedankenreisen zu unternehmen, Ferienerinnerungen aufleben zu lassen, die uns glücklich und unbeschwert stimmen und so unser Immunsystem stärken.

Auf einem schmalen Trampelpfad den Steilhang hinauf auf der griechischen Insel Korfu, bin ich eingehüllt in den herb-intensiven Duft der bodennahen Sträucher mit zart knittrigen rosa Blüten. Die grau behaarten Blätter der Citrose hinterlassen ein klebriges Gefühl auf meinen Händen und einen langanhaltenden balsamischen Duft, den ich immer wieder tief bis in mein Innerstes einatme. Nicht immer mochte ich diesen ausserordentlich intensiven Duft, doch mittlerweile verbindet er mich mit sonnig heissen Tagen und tief blauem Meer in Griechenland und ich liebe ihn.


Die Cistrose hatte eine sehr lange Tradition als starke Heilpflanze. Erste Hinweise auf die Verwendung zu Heilzwecken stammen aus dem 4. Jh.v.Chr. Sie wurde für Rituale, insbesondere bei Bestattungen verwendet. So hat man auf dem Turiner Grabtuch Pollen der Citrose gefunden, das geschichtsträchtige Tuch, in das Jesus gehüllt war, als er starb.

Die Zistrose, die keine Rose, sondern ein Cistrosengewächs ist, gedeiht in mediterranem Klima auf kalkhaltigen Böden. Der bodennahe Strauch mit seinen kleinen behaarten Blättern bildet schon im Herbst nach dem ersten Regen seine Blütenknospen, die sich im Frühjahr öffnen und sich die Blüte im zarten Knitterlook präsentiert. Zusammen mit dem Schopflavendel verströmen die zwei einen balsamischen, fast ambra artigen Duft in der Macchia.

Das Knitterröschen zeigt seine grossen Stärken bezüglich Heilwirkung vorwiegend bei viralen Erkrankungen im Atemwegsbereich, bei Haut- und Schleimhauterkrankung und unterstützt uns für eine gesündere Darmflora.

Bleiben wir in diesen „königlichen“ Zeiten bei den viralen Grippeerkrankungen. Die enthaltenen Polyphenole des Cistus incanus umlagern Viren, menschliche Grippeviren, selbst hochpathogene Vogelgrippeviren, und hindern sie daran, an den Schleimhautzellen des Atemtraktes „anzudocken“ und einzudringen. Auf diese Weise wird den Grippeviren der Zugang in unsere Zelle verwehrt, egal wie der Virus sich mutiert. Dies können wir uns zur Vorbeugung in Grippezeiten zu Nutze machen oder auch schon nach Ausbruch einer Erkrankung, um das Fortschreiten einzudämmen. Zistrosentee oder das schon lange auf dem Markt erhältliche Präparat Cystus 052 (Lutschtablette) sind wirkungsvolle Infektblocker.

Weitere Forschungen werden zeigen, ob sich auch Coronaviren von dieser kraftvollen Pflanze beeindrucken lassen.

Ausserdem hat die Zistrose verschiedene positive Wirkungsweisen auf unsere Darmschleimhaut. Diese wird vor schädlichen Eindringlingen geschützt, Schwermetalle können ausgeleitet werden und Bakterien, wie der Candida albicans, finden wieder ihr Gleichgewicht in der Darmflora. Mit all diesen Wirkungsweisen verhilft uns diese unscheinbare Pflanze zu einer besseren Immunabwehr.

Bezüglich der Haut- und der Schleimhaut, die eine im Aussen die andere im Innen, können wir uns die Wirkungsweisen dieses kraftvollen Heilkrauts mit seinem intensiven ätherischen Öl zu Nutze machen:

  • Stark entzündungshemmend und wundheilungsfördernd sehr wertvoll in der Wundversorgung, bei Entzündungen im Rachenraum, Hämorrhoiden
  • Juckreizlindernd durch eine adstringierende (zusammenziehende) Wirkung, unterstützend bei Neurodermitis und vielen anderen chronischen Hauterkrankungen

In der Aromatherapie gibt es eine weit erprobte Notfallmischung aus der Cistrose, Immortelle und Lavendel, die unentbehrlich ist bei offenen und geschlossenen Wunden. Sie hilft Blutungen zu stoppen, Hämatome lösen sich auf (auch ältere!) und die Wundheilung wird auf wahrhaft wundersame Weise gefördert. Da bin ich selber immer wieder erstaunt was ich erlebe.

 

Dass das ätherische Öl seinen wahren balsamisch einhüllenden Duft erst in der Verdünnung entfaltet, zeugt von seiner Intensität auch in der Wirkung auf die Psyche.

Es hat die Kraft, verschlossene Herzen zu öffnen und die Seele zu „erwärmen“. Bei Menschen mit frühen psychischen Verletzungen, die dadurch unter „Gefühlskälte“ oder dadurch ausgelösten Krankheitssymptomen leiden, hilft das Knitterröschen, dieses „verknitterte Seelchen“ und dessen Herz zu öffnen. Aus diesem Grund, ist es auch bei der therapeutischen Anwendung dieses ätherischen Öles sehr wichtig einem Leitsatz der Aromatherapie zu folgen: immer schön der Nase nach! Entweder mögen wir dieses oder nicht und darauf sollten wir unbedingt hören und wahrnehmen, ob wir bereit sind, uns unseren Tiefen der Seele zuzuwenden.

Der respektvolle Umgang mit dem ätherischen Öl schliesst jedoch nicht aus, diesen Duft in Crèmen anzuwenden, um unsere Haut bei Belastungen durch Hitze und Kälte zu schützen, Wundheilung zu fördern und unserer Seele etwas Gutes zu tun. In welcher Form auch immer, freue ich mich, wenn ich für den einen oder andern von Euch gerade in dieser belastenden Zeit eine Crème, ein Öl oder eine Notfallmischung herstellen darf, um Beschwerden rascher loszuwerden und vorallem gesund zu bleiben.

Und das wünsche ich Euch allen, bleibt gesund und passt gut auf Euch auf

 

Herzlichst

 

Eure Odorata

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Kommentare: 3
  • #1

    Erika Briggen (Sonntag, 22 März 2020 21:54)

    Super Cristina kenne diese Pflanze gar nicht, was sie alles kann !

  • #2

    Priska Sibrava (Montag, 23 März 2020 11:58)

    Knitterröschen und verknittertes Seelchen, wie schön formuliert ☺️
    Seit ich die Cistrose ein paar Mal 'blind' gezogen habe für die Massage, liebe ich ihren herben Duft. Vielen Dank für die interessanten Info's Cristina

  • #3

    Andrea (Montag, 23 März 2020)

    Liebe Cristina
    Danke für den spannenden Bericht über das Ziströschen. Einmal mehr sehr schön zum lesen!! Bei mir im Garten wächst eine weisse Zistrose, ich liebe dieses Zerknitterte Blümchen. Kann ich denn mit den Blättern oder den Blüten auch etwas machen, z. B. Einen tee?
    Herzliche Grüsse Andrea