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Weihrauch – Tränen der Götter

Was haben die drei Kostbarkeiten gemeinsam, die die Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland gebracht haben? Aus naturheilkundlicher Sicht einiges.

 

Gold ist nicht nur ein edles Metall, sondern gilt in vielen Kulturen als Sonnenmittel. Seine antibakterielle Wirkung hat man sich schon in der Antike zu Nutzen gemacht und Robert Koch konnte mit seinen Forschungen die immunmodulierende Wirkung nachweisen. In winzigen Mengen angewendet, wirkt Gold unterstützend in der Rheumatherapie und in der Frauenheilkunde kennen wir es als Seelenmittel, das vor allem das aus dem Takt geratene Herz der Frau im Wechsel wieder hilft zu rhythmisieren, dadurch für eine erholsame Nachtruhe sorgt und die Frauen ihren Selbstwert wieder besser spüren lässt.

 

Die Myrrhe, das Harz des Myhrrestrauches, wirkt wie Gold und Weihrauch, keimwidrig und entzündungshemmend. Tinkturen werden in der traditionellen Heilkunde bei Aphten und Zahnfleischentzündungen angewendet. Zudem wird Myhrre im Zusammenhang mit dem Verdauungstrakt eingesetzt, wo es hilft chronische Darmentzündungen zu lindern. Man hat gute Erfahrungen in Zusammenhang mit dem Leaky-Gut-Syndrom (ein immunschwacher, „löchriger“ Darm auf Grund von Stress, Fehlernährung oder einer Schilddrüsenerkrankung) gemacht. In der Frauenheilkunde kann eine Bauchmassage mit der Aurum comp. Salbe von Wala (ich hoffe ihr verzeiht mir Schleichwerbung…) auf wundersame Weise schmerzlindernd bei Endometriose (eine Wucherung der Gebärmutterschleimhaut ausserhalb dieser) wirken.


Nun bleibt uns noch der Weihrauch. Und wer jetzt die Nase rümpft, weil er sich an den doch eher etwas muffigen Duft in so manchem Gotteshaus erinnert, den möchte ich dennoch ermuntern weiterzulesen. Denn die Heilwirkung dieses Harzes aus dem Morgenland ist beeindruckend und wird nach wie vor sogar in der Schulmedizin eingesetzt.

 

Und was den Duft anbelangt, gibt es balsamisch, weiche Duftnoten vor allem aus dem Oman, die auch schlechte Erinnerungen verblassen lassen.

Weihrauch war einst so teuer wie Gold, vor allem der indische. Wir unterscheiden zwei Sorten des kostbaren Harzes auf Grund seiner Herkunft.

 

Der arabische Weihrauch (Boswellia sacra/carterii), der meistens zum Räuchern in Kirchen verwendet wird, stammt aus Äthiopien, Jemen und dem Oman. Das Harz ist weiss und der Geruch zu Beginn kampherig, danach holzig-balsamisch

Das indische Harz (Boswellia serrata) entstammt der Wildsammlung aus Nord- und Zentralindien und weist einen frischeren und harzigeren Duft auf als der arabische.

Die Heilwirkung der beiden ist sehr ähnlich und wird nur in gezielt therapeutischer Anwendung unterschieden.

Der knorrige Weihrauchbaum stammt aus der Pflanzenfamilie der Balsamgewächse. Strauchartig wachsen seine Äste senkrecht bis zu fünf Meter in die Höhe und prägen das Bild der Wüstenlandschaft.

An der Art der Gewinnung des Harzes hat sich bis heute nichts verändert. Die Baumrinden werden angeritzt. Zuerst tritt ein schmutziger weisser Milchsaft aus, der noch kein Harz bildet. Erst wenn dicke weisse Blasen hervortreten beginnt die eigentliche Ausbeute dieser „duftenden Tränen, die Bäume weinen“. Zu Kügelchen, sogenannte „Harztränen“, angetrocknet, wird die Masse nach 8-10 Tagen eingesammelt. Die hellsten Tränen sind auch die wertvollsten und werden zur Gewinnung der Duftstoffe verwendet.

Wenden wir uns der umfangreichen Heilwirkung dieses Harzes zu, das in Form von Tinkturen, Kapseln und dem ätherischen Öl in der Heilkunde eingesetzt wird.

 

Bezüglich der körperlichen Wirksamkeit sind drei Anwendungsbereich nennenswert:

  • Bei chronischen oder hartnäckigen Atemwegserkrankungen wirkt er schleimlösend, Auswurf fördern, vertieft und verlangsamt die Atmung über den Hypothalamus (eine Hormondrüse, die wichtige Körperfunktionen steuert). Die enthaltene Boswelliasäure wirkt entzündungswidrig, schmerzstillend und immunmodulierend
  • Bei Rheuma und Steifigkeit der Glieder werden Entzündung und Schmerzen gelindert
  • Bei chronischen Darmerkrankungen, die mit einer Entzündung und demzufolge mit einer Immunschwäche einhergehen, kommt erneut die Wirksamkeit der Boswelliasäure zum Einsatz. Weihrauch Kapseln, therapeutisch angewendet, bei Morbus Crohn und dem heutzutage in aller Munde Leaky-Gut-Syndrom

Die psychische Wirksamkeit ergibt sich aus der körperlichen. Haben wir einen gesunden Darm, profitieren wir von einer besseren Immunstärke und die Entgiftungsvorgänge im Körper funktionieren erfolgreicher, was sich wiederum auf ein positiveres Seelenempfinden auswirkt.

  • Bei nervösen Depressionen wirkt der Olibanum beruhigend, macht den Geist „weit“ und hilft sich von Vergangenem zu lösen

 

Womit wir auch bei dem ursprünglichen Anwendungsgebiet dieser heiligen Kostbarkeit sind. Das Verbrennen von Weihrauch ist in allen Weltreligionen bekannt und gehört zu den wichtigsten Räucherzeremonien. Die im Harz enthaltenen Duftstoffe wirken regulierend auf bestimmte Hormone und vermitteln so Kraft und Ruhe in verschiedenen Lebenslagen. Der Duft hilft uns zu zentrieren und wird deshalb traditionell zur Meditation eingesetzt.

Die knorrige Schönheit eines Weihrauchbaumes in Homhil auf Sokotra (Jemen)

Und da Schönheit doch nicht nur von Innen kommt, wenden wir uns zum Schluss noch der äusseren Anwendung der göttlichen Träne zu.

 

In der Kosmetik findet auch die Kombination von Weihrauch und Blattgold Verwendung:

  • Als sehr gutes Hautöl pflegt und glättet es die reife Haut durch seine entgiftende Wirkung, die dem Alterungsprozess entgegenwirkt. Für ein faltenfreies Aussehen kann ich jedoch nicht garantieren. Wer will jedoch schon die Spuren eines ereignisreichen und prägenden Lebens entfernen!
  • Eine Heilmaske bei Akne wirkt desinfizierend, bringt fette Haut ins Gleichgewicht und verhindert eine unschöne Narbenbildung
  • Die zusammenziehende Wirkung beugt Schwangerschaftstreifen vor

Für einmal findet an dieser Stelle kein „Küchen-Exkurs“ statt, da ich mich bis jetzt noch nicht an das Einfliessen der drei Kostbarkeiten aus dem Morgenland gewagt habe, ausser dem Einsatz von Goldstaub über den weihnachtlichen Pralinen. Aber die sind leider alle schon gegessen.

 

Ich hoffe dennoch Euren Vorurteilen diesem modrigen Kirchengeruch gegenüber etwas entgegengewirkt zu haben. Und wenn Ihr nun doch bereit seid, Euch auf den Duft einzulassen, versucht es mit der Anwendung in der Duftlampe. Als ätherisches Öl, in Kombination mit einem Nadelholzduft verbessert es die Atemluft. Zudem werdet Ihr mit Ruhe und Kraft belohnt, um zuversichtlich und mit einem Lächeln dem Neuen Jahr entgegenzublicken. Und falls Euch auch diese Möglichkeit noch nicht überzeugt hat findet Ihr bei mir einen Weihrauch-Brust-Balsam, der gemäss der Aussage einer meiner Klientinnen sogar bei Heimweh hilft.

 

In diesem Sinne wünsche ich Euch weiterhin einen guten Start in ein duftendes 2021 und freue mich auch weiterhin meine Leidenschaft für die Welt der Düfte mit Euch zu teilen!

 

Eure Odorata

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