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Hanf - Der Allrounder

Es liest sich wie ein Märchen, ist aber keines, sondern Hanf feste Realität was AlpenPionier in den letzten vier Jahren auf die Beine gestellt hat. Seit 2017 rekultiviert eine bunt gemischte Gemeinschaft in Zusammenarbeit mit zwölf bio Bauern in den Bünder Alpen die in Vergessenheit geratene alte Kulturpflanze. Der Ertrag betrug zu Beginn stolze zehn Tonnen Lebensmittelhanf. Innerhalb von zwei Jahren konnte AlpenPionier weitere Interessenten unter den Bauern finden und baute um das acht-fache aus. In diesem Jahr wurde im Alpenraum eine Fläche von 50 Hektaren Hanf ausgesät, dies entspricht einer Fläche von 70 Fussballstadien oder einem Veloweg von Zürich nach Paris.

 

Und hier geht es «nur» um das Interesse den Hanf wieder zurück auf den Teller zu bringen. Diese alte europäische Kulturpflanze war bis in die 1930er Jahre gerade in den Bünder Alpen weit verbreitet. Sie gilt als eine der grössten Nährstoffpflanzen, die die Natur zu bieten hat und nach wie vor unausgeschöpftes Potenzial aufweist. Die Forschung läuft derzeit auf Hochtouren.


 

Denn «wir können sehr viel verändern, wenn wir überlegen, was wir essen und woher es kommt». Und so wird aus der HanfNuss alles rausgeholt, was in ihr steckt und das ist enorm viel Gutes allein für unser Herz und Hirn. Machen wir die meist unterschätzte Nutzpflanze der Menschheit wieder zu einem wesentlichen Teil unseres Speiseplans, wie es unsere Ahnen lebten!

Und warum verschwand der Hanf in den 1930er Jahren von der Bildfläche? Der Initiant für eine weltweite Verteufelung von Hanf war ausgerechnet ein amerikanischer Politiker mit Schweizer Wurzeln. Zur Zeit der Prohibition in den Vereinigten Staaten von Amerika machte es sich dieser zur Lebensaufgabe, dem «Killer-Kraut mit den Wurzeln in der Hölle» den Garaus zu machen. Er startete eine faktisch mehr als fragwürdige Hetzkampagne gegen Hanf, nachdem Alkohol als Staatsfeind Nummer eins mit dem Ende der Prohibition seine Angriffsfläche verloren hatte.

Doch besagter Politiker könnte neben dem Ziel, die Jugend vor dauerkiffenden Jazzmusikern zu schützen auch wirtschaftliche Beweggründe für den Kampf gegen Cannabis gehabt haben. Da kam ihm die Einschränkung des Handels durch den Marijuana Tax Act 1937 mehr als gelegen. Fühlten sich gerade Zeitungs- und Papierindustrie durch die zellulosereiche Biomasse des Hanfs bedroht und die Nylonfaser hätte kaum einen solchen Aufschwung erlebt neben der Hanffaser.

Die Gattung Cannabis sativa gehört wie der Hopfen auch zur Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae). Bei Hanf unterscheidet man das wirksame Haschisch (bei dem das Harz der Pflanze zu schwarzbraunen Platten gepresst wird) vom Marihuana (auch Gras genannt, bei dem die zerkleinerten und getrockneten weiblichen Blüten sowie Pflanzenteile der Hanfpflanze verwendet werden). In den Deckblättern der Blüten ist der als berauschend und psychowirksam bekannte THC-Gehalt am höchsten, der Schamanen seit jeher die Reise in die unsichtbare, innere Welt  ermöglichte, aber auch als gefürchtete Abstiegsdroge galt.

 

Wenn wir vom heutigen NutzHanf sprechen handelt es sich um den vorallem CBD haltigen Hanf mit einem THC Gehalt unter 0,2%.

Womit wir bei dem für uns relevanten CBD sind, das unserem Körper und unserer Psyche so einiges zu bieten hat. Vor rund 30 Jahren entdeckte man das Endocannabinoide System. Dieses System aus Rezeptoren und Botenstoffen steuert unzählige wichtige Prozesse in unserem Körper. Damit dieses Körper eigene System funktioniert, produzieren wir Cannabis ähnliche Wirkstoffe. Befindet sich unser Körper in Dysbalance, brauchen wir Unterstützung von aussen um wieder in ein Gleichgewicht zu kommen und dabei kann uns die Hanfpflanze helfen.

Was geschieht, wenn wir nicht ausreichend Endocannabinoide bilden? Dann können wir gewisse Hormone, wie Serotonin, das «Glückshormon», nicht bilden und wir empfinden zunehmend eine depressive Stimmung, nur um ein Beispiel zu nennen, wie sich ein Mangel auf unsere Psyche und unser Nervensystem auswirken kann. Ein handelsübliches CBD Produkt ist somit ein effektiver Stimmungsaufheller, entkrampft, beruhigt und wirkt angstlösend.

Weiter können von einem Mangel Stoffwechsel- und Hauterkrankungen, Schmerzen und entzündliche Prozesse betroffen sein. So liegt es nahe, uns quasi gesundheitserhaltend wertvolle Hanfprodukte in die Küche zu holen.

Welche Möglichkeiten haben wir da?

 

Hanföl ist eine Kaltpressung aus den Samen, auch Nüsse genannt. Es enthält viele wertvolle mehrfach ungesättigte Fettsäuren in einem idealen Verhältnis. Bei einer täglichen Einnahme pflegen wir so auf preiswerte und schmackhafte Art unsere Gesundheit:

  • Unser Gehirn bleibt fit und wir helfen den «grauen Hirnzellen» auf die Sprünge und beugen Arteriosklerose vor
  • Unser Nervensystem wird genährt und gestärkt
  • Innerlich und äusserlich verwendet pflegen wir unsere Haut und Schleimhäute (auch die des Darmes). Eine gesunde Haut bedeutet auch Pflege für ein gut funktionierendes Immunsystem, denn die Haut ist ein wichtiger Teil davon
  • Entzündliche Prozesse und generell geschädigte Zellen werden in ihrer Heilung und Regeneration unterstützt
  • Bestimmte Fettsäuren kommen einem körpereigenen Schmerzmittel gleich

Dies nur einige Vorzüge für unseren Körper. Auf seelischer Ebene profitieren wir jedoch auch:

  • Hochungesättigte Fettsäuren fördern eine emotionale Ausgeglichenheit
  • Steigern die Konzentration und ein gutes Gedächtnis
  • Innerlich eingenommen wirken sie erhöhter Stressbelastung bei Über- bzw. Unterforderung entgegen (da sie eine übermässige nervliche Erregung reduzieren, welche sich in Aggressivität oder Angst zeigen könnte)

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind sehr reaktionsfreudig, was heisst, dass sie von unserem Körper schnell verstoffwechselt werden können, was aber auch bedeutet, dass ein Öl anfällig für Oxidation (ranzig werden) ist. Somit gehört Hanföl, wie auch das wertvolle Leinöl in den Kühlschrank und darf nur für die kalte Küche verwendet werdet, beispielsweise als letzte Verfeinerung über einen Salat oder buntes Ofengemüse. Oder als grünlicher, nussiger Farbtupfer zum Risotto.

 

Um uns die Wirkung des CBD’s in etwas höherer Konzentration zu Nutze zu machen, habe ich einen Ölauszug (Mazerat) hergestellt. Dazu verwendet man getrocknete Blätter und Blüten von «CBD Hanf», erhältlich als Hanftee. Man nimmt als Basis Olivenöl und legt entweder die Kräuter für drei Wochen darin ein oder stellt einen Auszug durch leichte Erwärmung des Öles her. Dieses Mazerat findet dann in Kaffee Löffel weiser Dosierung Verwendung, sowohl in der warmen als auch kalten Küche quasi als tägliche Nahrungsergänzung.

Um von den Fettsäuren dieses Allrounders zu profitieren, finden wir mittlerweile fast überall die HanfSamen geschält oder ungeschält im Angebot. Geröstet über einen Salat sind sie nicht nur eine würzige Dekoration.

 

AlpenPionier bietet auch HanfMehl an. Dieses entsteht bei der Kaltpressung der HanfNüsse. Es sind die Überreste nach der Pressung, die gerocknet und dann zu Mehl verarbeitet werden und ein für uns guter Eiweisslieferant sind, was mittlerweile vorallem die Vegetarier unter uns interessiert.

Ich habe versucht mit HanfMehl zu backen und ich muss gestehen, dass mein erster Versuch kläglich gescheitert ist. Das Brot hätte jedem Backstein Konkurrenz gemacht. Man darf höchstens 10% des Mehles durch HanfMehl ersetzen, damit das Gebäck nicht zu kompakt wird.

 

Ich habe schon den HanfTee erwähnt, den wir am Abend zur Entspannung und für einen erholsamen Schlaf verwenden können. Er sollte die vorgeschriebene Menge THC unter 0,2% enthalten, was sich in meiner Erfahrung auch schon als zu viel erwiesen hat. Ich scheine definitiv nicht Drogen erprobt 

 

So habe ich mich mit dem ätherischen Öl versucht. Leider findet man in der Aromatherapie noch sehr wenig über die Wirkungsweise, sodass ich an dieser Stelle nur mein Erfahrungswissen weitergeben kann. Auf Grund der Inhaltstoffe kann ich sagen, dass es ein beruhigendes und entzündungshemmendes ätherisches Öl ist und eine abendliche Bauchmassage uns einen entspannten Schlaf schenkt.

Aus dieser Flut von Informationen habe ich versucht für Euch das wesentliche heraus zu picken. Doch schlussendlich entscheidet der Geschmack, ob wir die HanfProdukte in unseren Speiseplan aufnehmen. Dazu möchte ich Euch ein Rezept als Einstieg geben, das auch mit anderen Kernen und Samen einen tollen Snack bietet.

Polenta Crackers

170g       Maisgriess fein

30g         Leinsamen

30g         Hanfsamen geschält (alternativ Sesamsamen)

60g         Sonnenblumenkerne

20g         Kürbiskerne

1/2dl        Olivenöl

Den Ofen auf 150° Umluft vorheizen.

 

Alle Zutaten und ein wenig Salz mischen, dann 2 1/2dl kochendes Wasser beigeben und umrühren.

 

Je die Hälfte der Masse auf ein mit Backpapier belegtes Backblech legen und mit einem zweiten Backpapier bedecken um die Masse mit einem Wallholz möglichst dünn auszuwallen. Das obere Backpapier wieder entfernen. Die Masse mit Salzflakes, Chili und je nach Geschmack mit getrocknetem Thymian bestreuen.

 

Ungefähr 50 Minuten backen, bis die Masse schön trocken und knusprig ist. Nach dem Backen das Ganze in mundgerechte Stücke brechen. Kann als Snack für unterwegs oder zum Dippen zu einem Apéro genossen werden.

…hier mit Brennnesselsamen, gleich noch als EisenPowerFood…

Ich wünsche Euch entspannte und bunte Herbsttage, eine gute Pflege Eures Immunsystems von Innen und Aussen und kommt gesund durch die kühlere Jahreszeit!

 

Eure Odorata

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Kommentare: 2
  • #1

    Priska (Freitag, 22 Oktober 2021 18:47)

    Das sieht aber lecker aus. Muss ich unbedingt probieren �

  • #2

    Erika Briggen (Donnerstag, 28 Oktober 2021 01:28)

    Super was der Hanf alles kann. Freue mich auf das erste
    Hanfessen. Bis bald !!!!