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Kokosfett – Samba für unsere Hirnzellen

Vor vielen Jahren habe ich den Frauen auf der „Götterinsel“ Bali zugeschaut, wie sie aus dem frischen Fruchtfleisch der Kokosnuss ein zart duftendes Öl herauspressten. Die harte Schale der Kokosnuss wird aufgeschlagen und das frische Kokoswasser aufgefangen. Ein nahrhafter und erfrischender Genuss, an den sich mein Gaumen noch heute erinnert. Die Samenhaut wird sorgfältig entfernt und das Fruchtfleisch geraspelt und danach über dem Wasserdampf blanchiert. Warum das gemacht wird, habe ich erst viel später erfahren. Aus dem getrockneten Fruchtfleisch, der „Kopra“, wird das zart duftende, klare Kokosöl gepresst. Die Balinesinnen verwenden es in der Küche und für ihre Körper- und Haarpflege. Die Schalen der Nuss sind wertvolles Brennmaterial, so entsteht keinerlei „Abfall“ bei der Herstellung dieses kostbaren Öles, dessen Duft das Leben auf Bali prägt!

 

Zurück in der Schweiz habe ich mich auf die Suche nach einem passenden Hersteller gemacht und gefunden. Denn eine sachgemässe Herstellung ist entscheidend für ein qualitativ gutes und gesundes Öl. Über viele Jahre habe ich die gesundheitsfördernde Wirkung von Kokosfett immer mehr kennen und schätzen gelernt und so kam es dazu, dass ich euch auf eine Reise unter Palmen mitnehmen möchte!


Die Kokospalme findet sich in Südindien, auf den Südsee Inseln und generell in subtropischen Gebieten. Da die Kokosnuss schwimmfähig ist, konnte sich dieses Palmengewächs über den Meerweg zwischen dem nördlichen und südlichen Wendekreis verbreiten. Der Tree of life ist in den Tropen eine wirtschaftlich wichtige Nutzpflanze, wird als Bau- und Brennmaterial verwendet und die Frucht gilt als grundlegende Nährstoffquelle.

Die Bezeichnung Kokosöl in den ursprünglichen Gebieten rührt daher, dass Kokosfett schon bei einer Temperatur von 24° schmilzt. Viele von uns kennen Kokosfett nur als gehärtetes Fett, oft raffiniert, desodoriert und gebleicht. Leider entstehen bei diesem Herstellungsvorgang die viel gefürchteten Transfettsäuren, was bei einer schonenden Kaltpressung nicht der Fall ist und wir von einem guten bio Kokosfett von seinen wertvollen Vorzügen für Gehirnzellen, Darm und Haut profitieren können.

Das aus der Cocos nucifera gewonnene Öl besteht zu rund 65% aus mittelkettigen, gesättigten Fettsäuren, allen voran der Laurinsäure.

Grundsätzlich gelten gesättigte Fettsäuren als ungesunde „Dickmacher“. Für unsere Vorfahren waren diese reichen Energiespender wie Rinder- und Schweinefett, sowie Butter notwendig um „magere Zeiten“ zu überstehen. Heute brauchen wir diese Fettreserven nicht mehr zwingend.

Es spielt eine entscheidende Rolle, um welche gesättigten Fettsäuren es sich handelt. Je kürzer die Fettsäureketten, umso schneller werden sie verstoffwechselt, umso weniger setzen sie sich als „Hüftgold“ an. Die Laurinsäure ist leicht verdaulich, wird schnell von der Darmschleimhaut resorbiert, ist wasserlöslich und gelangt somit direkt über die Lymphe ins Blut und die Leber ohne die Galle zu belasten. Daher ist Kokosfett ideal für Menschen mit Fettverwertungsstörungen oder geschwächtem Darmtrakt, im Gegenteil, es kurbelt den Stoffwechsel an und wird schnell in Energie umgesetzt.

Zudem entstehen bei der Verstoffwechselung der mittelkettigen Fettsäuren Ketone. Diese Ketonkörper sind ein alternativer Energielieferant. Beim Zucker als Energielieferant braucht der Körper Insulin, um die Energie in die Zellen einzuschleusen, nicht so bei der Laurinsäure. 

Deshalb gilt Kokosfett als ideale Unterstützung bei allen Erkrankungen, die mit einem erschwerten Zuckerstoffwechsel einhergehen und dadurch auch die Gehirnzellen mangelhaft versorgt sind:

  • Bei allen Formen eines Diabetes (Jugend- und Alterszucker oder als Folge von anderen Erkrankungen)
  • Chronischer Stress, Übergewicht, erhöhtes Cholesterin und Bluthochdruck
  • Degenerative Gehirnerkrankungen wie Parkinson, Alzheimer, MS führt man heutzutage immer mehr auf unsere Lebens- und Ernährungsweise zurück
  • Zur Stärkung einer gesunden Schilddrüsenfunktion (besonders bei Unterfunktion)

An dieser Stelle möchte ich betonen, dass Kokosfett kein Wundermittel ist, aber mit Sicherheit als therapeutisch eingesetzte (Nahrungs-)Ergänzung mit anderen Behandlungsmethoden ein Versuch wert ist.

Bezüglich Darm können folgende Vorzüge der Laurinsäure hervorgehoben werden:

  • Sie fördert die Regeneration der Darmschleimhaut
  • Unterstützt das Wachstum körpereigener, guter Bakterien
  • Kann unterscheiden zwischen schädlichen Viren (z.B. Herpes Virus), Bakterien (z.B. Heliobakter pylori, der auch für eine Magenschleimhautentzündung verantwortlich sein kann) und Pilzen (Candida albicans) und hemmt deren Wachstum

Die Darmschleimhaut schützt unseren Körper sozusagen von innen, die Haut von aussen und so unterstützt Kokosfett auch das ökologische System unserer Hautflora und sorgt für ein strahlendes Aussehen:

  • Das Fett zieht schnell ein, hinterlässt keinen Fettglanz und schenkt ein besonders gutes Hautgefühl und einen Hauch Exotik
  • Schützt nachhaltig vor Feuchtigkeitsverlust
  • Enthält natürliche Antioxidantien (Radikalfänger) und wirkt der Hautalterung entgegen
  • Wirkt kühlend und beruhigend bei warmer, rötlicher, irritierter Haut, z.B. nach einem langen Sonnenbad
  • Stabilisiert das Hautbild bei Neurodermitis, zusammen mit Nachtkerzenöl eine ideale Ergänzung
  • Als pflegender Glanz für unsere Lippen
  • Als natürlicher Zeckenschutz. Diese scheinen keinen Ausflug an einen exotischen Palmenstrand zu mögen. Dennoch abends, nach einem Ausflug in der Natur, den Körper nach den blutsaugenden Tierchen absuchen!
  • Eine Haarpackung wirkt entschlackend auf die Kopfhaut und pflegend für die Haare

In meiner Küche ist Kokosfett seit Jahren nicht mehr wegzudenken. Es beginnt schon beim Frühstück, wenn ich das streichfähige Fett als Butterersatz auf getoastetem Brot geniesse. Da beginnt für mich jedes Mal eine Zeitreise zurück nach Bali.

Da Kokosöl sehr hitzestabil ist, eignet es sich zum Braten und Frittieren. Eine Rösti in Kokosfett gebacken wird knusprig, goldig und leicht bekömmlich, Frittiertes trieft weniger von Fett.

Bei Backwaren kann es gut die Butter ersetzen. Ich habe lediglich die Erfahrung gemacht, dass ein Kuchen etwas schneller austrocknet und somit nichts dagegenspricht, ihn frisch zu geniessen.

Saftiger Apfelkuchen

4             Eier

220g       weisser Zucker

100ml     Milch

100g       Kokosöl

300g       helles Dinkelmehl

1 P.          Backpulver

4-5          leicht säuerliche Äpfel

1EL          Rohzucker

5 Tr.        ätherisches Vanilleöl oder das Mark einer ausgekratzten Schote

Saft         einer halben Zitrone

Die 5 Tropfen ätherisches Vanilleöl oder Vanillemark mit 1 EL Zucker und dem Saft einer halben Zitrone sowie 2-3 EL Wasser mischen. Unter die in Spalten geschnittenen Äpfel mischen.

Eier und Zucker schaumig rühren. Milch und Kokosöl leicht erwärmen, sodass das Kokosfett schmilzt. Anschliessend beides zur Eiermasse geben.

Mehl und Backpulver sieben und unter den Teig heben.

Backblech oder grössere Backform mit Backpapier auslegen, Teig gleichmässig darauf verteilen und mit den Apfelspalten belegen.

Bei 200° im vorgeheizten Ofen ungefähr 40 Minuten backen.

Nach Wunsch den fertigen Kuchen mit Puderzucker bestäuben und einigen Rosenblättern dekorieren.

Ich hoffe Euch hat der Ausflug auf die „Götterinsel“ Spass gemacht und gezeigt, wie einfach wir eine Reise unternehmen können, indem wir mit dem Duft von Kokosfett die Augen schliessen und uns unter Palmen legen...

 

Geniesst weiterhin den Sommer und die Wunder der Natur in unseren Breitengraden.

 

Eure Odorata

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