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Zitrone - "Sauberkeit und Frische"

In der Küche meiner Mutter fehlte die Zitrone nie. Das mit Zitronensaft und Olivenöl zarte und knusprige Hähnchen gehörte zu meinen Lieblingsessen. Dass sauer jedoch nicht nur lustig macht, sondern ganz gezielte Auswirkungen auf unsere Geschmacksknospen hat, wurde mir erst sehr viel später bewusst.

So hat Salz die Fähigkeit, die Aromen eines Nahrungsmittels zu vertiefen und die Säure balanciert ein ganzes Gericht aus. Man könnte sagen, das Salz lässt uns die „Töne“ schmecken und die Säure macht daraus „Musik“.

Vor allem die mediterrane und die arabische Esskultur sind sich dieser „Sinfonie“ bewusst und so hat die Zitrone in diesen Küchen einen festen Platz!


Ursprünglich stammt der Zitronenbaum aus China. Eine Kultivierung der Sauer-Zitrone ist schon im 10. Jh.v.Chr. nachweisbar. Von China über Indien gelangte die Zitrusfrucht nach Persien, von wo Alexander der Grosse sie nach Griechenland brachte. Sowohl die Araber wie die Kreuzritter sind für die frühe Verbreitung in ganz Europa verantwortlich.

 

Im 15. Jh. war die Zitrone fester Bestandteil des Totenkultes in Deutschland. Woher der Brauch tatsächlich stammte, ist nicht geklärt. Versuchte man mit dem frischen Zitrusduft den Leichengeruch zu übertünchen? Oder schützte die antibakterielle Wirkung die Sargträger vor Ansteckung? Oder hielt der spritzige Geruch der Zitrone, zusammen mit dem herb – würzigen Duft des Rosmarins mögliche Totengeister fern? Es gibt lediglich einen schriftlichen Hinweis, aus dem hervorgeht, dass man sich einer Heilwirkung der Zitrone bewusst war.

„Ein rauch von Citronenrinde gemacht ist gut für den pestilenzischen Luft.“

(Bocks Kräuterbuch, 1565)

 

Der bis zu 5m hohe Baum trägt übers ganze Jahr Früchte in verschiedenen Reifegraden und zugleich zart duftende Blüten.

Der Citrus x limon entstand aus einer Kreuzung der Bitterorange und der Zitronatzitrone. Deshalb sehen sich die weissen fünfblättrigen Blüten der Zitrusbäume auch alle so ähnlich und verströmen diesen betörenden Duft an Neroliblüte erinnernd.

Verreibt man die immergrünen, eiförmigen Blätter zwischen den Fingern, riechen wir schon den erfrischenden Duft der Frucht, deren Schale zur Gewinnung des ätherischen Öles verwendet wird.

Die bekanntesten Anbaugebiete des medizinischen Apfels sind heute Sizilien, Griechenland und Israel.

Der Duft der Zitrone begegnet uns tausendfach in unserem Alltag, sei es in Putz- oder Heilmitteln, zur Raumerfrischung oder in Parfums, nur leider handelt es sich in den seltensten Fällen um das heilwirksame ätherische Öl als vielmehr um ein Produkt aus dem Hause Givaudan.

 

 

Das reine ätherische Öl wird mittels Kaltpressung der Fruchtschale gewonnen und ist sehr anfällig auf Oxidation. Deshalb sind die leicht flüchtigen ätherische Agrumenöle nicht länger als 1-2 Jahre haltbar und sollten danach nicht mehr für Heilzwecke verwendet werden.

Das ätherische Zitronenöl wirkt sowohl auf körperlicher wie psychischer Ebene:

  • Antiseptisch bei Pneumokokken, Meningokokken und Streptokokken. In einem Duftlämpchen angewendet stellte man eine Verminderung dieser Erreger innerhalb von 90 Minuten fest. Eine ideale Raumluftdesinfektion bei Erkältung.

Unterstützend dazu bei Erkrankung warmes (!) Ingwer – Zitronenwasser trinken. Da Vitamin C hitzeempfindlich ist, sollte man es nicht kochen.

  • Zur Vorbeugung in Grippezeiten idealerweise kombiniert mit dem ätherischen Öl von Nadelhölzern, wie beispielsweise der Arve. Die Krankheitsquote sinkt erwiesenermassen um fast die Hälfte!
  • Zudem wirkt die Zitrone wie auch die Arve ideal um Koch- und Essgerüche zu neutralisieren, sowie als „Luft- Verbesserer“ in einem Krankenzimmer
  • Der Zitrusduft wirkt konzentrationsfördernd ohne hektisch zu machen. Studien belegen, dass Sekretärinnen 30% weniger Tippfehler machen!
  • In niedriger Dosierung steigert das ätherische Öl geistige Klarheit, Fröhlichkeit, Kreativität und verhilft zu einer ausgeglichenen Stimmungslage

Von all diesen Wirkungsweisen können wir mit Hilfe eines Raumsprays oder Duftlämpchens profitieren.

Bei der Anwendung auf der Haut ist in Zusammenhang mit Sonne vor allem bei hellhäutigen Menschen Vorsicht geboten. Eine erhöhte Lichtempfindlichkeit kann Hautflecken und Irritationen herbeiführen.

In der Körperpflege mache ich immer wieder gute Erfahrungen mit der Zitrone. So haben bei mir ein paar einfache Ölmischungen einen festen Platz in meinem persönlichen Verwöhnprogramm:

 

  • Nagelöl: Jojobaöl mit ätherischem Zitronenöl hilft bei brüchigen Nägeln und verleiht ihnen einen schönen Glanz
  • Fusspflegeöl: als Basis Maccadamianussöl, um dem Verhornungsprozess entgegen zu wirken, gemischt mit dem erfrischenden Duft der Zitrone und etwas Lavendel für unsere seelische Mitte
  • Gesichtsöl: Wildrosenöl mit ätherischem Zitronenöl hellt die Altersflecken auf. Danach tagsüber einen Sonnenschutz auftragen
  • Beinöl: um das Bindegewebe zu stärken und den Lymphfluss anzuregen. Dazu viel Wasser mit frischem Zitronensaft zu trinken

Die frische Zitrone hat nicht nur die Fähigkeit uns zu „reinigen“ indem sie den Stoffwechsel unterstützt. Die enthaltene Zitronensäure bindet teils die Viren, hilft die Giftstoffe schneller auszuscheiden und vermindert so die Ansteckungsgefahr. Zudem stärkt der hohe Anteil an Vitamin C das Immunsystem und das enthaltene Magnesium versorgt uns mit „Nervenstärke“, die wir ja immer wieder brauchen können.

Und last but not least ist die saure Zitrone ein wunderbar basisches Nahrungsmittel und sollte daher in unserer Küche nicht fehlen.

Das nachfolgende Rezept wird nicht nur euren Gauen glücklich machen. Die in den Kichererbsen enthaltenen Aminosäuren ermöglichen uns die Herstellung des „Glückshormons“ Serotonin, der Sesam versorgt uns mit Kalzium, Knoblauch und Kreuzkümmel halten uns die Viren vom Leib und der Zitronensaft rundet das Ganze ab.

Humus

1 Büchse     Kichererbsen (Büchsensaft auffangen!)

1                 Aubergine

1-2 Zehen   Knoblauch

1                 Zitrone, davon den Saft je nach Geschmack

2 EL            Olivenöl

2 EL            Tahini (Sesammus)

Gewürze     Salz, Paprika, Kreuzkümmel, eventuell etwas Curry

Aubergine mehrfach mit einer Gabel gut einstechen. Zusammen mit dem ungeschälten Knoblauch bei 220° im Ofen weich garen.

Das Auberginenfleisch, Kichererbsen mit den Gewürzen, Tahini, Olivenöl und etwas Zitronensaft pürieren. Nach Bedarf noch etwas vom Büchsensaft zugeben, bis ein schön sämiges Humus entsteht.

Mit Olivenöl anrichten. Dieses hilft bei der Verdauung der „lachenden Erbsen“.

„Säure entspannt den Gaumen und macht Essen reizvoller, weil sie Kontraste liefert.“

(Samin Nostrat)

...und Humus macht uns ganz einfach glücklich!

Ich wünsche Euch einen gesunden und lachenden Übergang in die kühlere Jahreszeit und freue mich, wenn auch bei Euch in Zukunft die Zitrone einen festen Platz in der Küche hat.

 

Eure Odorata

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Kommentare: 1
  • #1

    Erika Briggen (Mittwoch, 02 Oktober 2019 21:51)

    Super, neu dass Citrone basisch ist !!!